Dieser Artikel zeigt, wie du herausfindest, welche Konten du tatsächlich hast, warum das für deinen Nachlass relevant ist und was unsere Browser-Extension, der Digitale Service-Detektiv (DSD) damit zu tun hat.
Was der Service-Detektiv macht
Die Browser-Extension schaut sich an, welche Webseiten du in den letzten 90 Tagen besucht hast, und zeigt dir genau die Dienste an, die du anscheinend regelmässig nutzt: Spotify, Netflix, PayPal, Trade Republic, DKB, Amazon, Steam, Discord, etc. Alles, was mit einem Account verbunden sein kann.
Die Extension erkennt, an wie vielen verschiedenen Tagen du eine Webseite besucht hast. Wer Netflix an mindestens fünf Tagen in 90 Tagen öffnet, hat dort mit ziemlicher Sicherheit einen Account. Wer einmal aus Neugier auf der Website eines Anbieters war, eben nicht. Die Schwelle liegt (aktuell) bei fünf unterschiedlichen Tagen innerhalb von 90 Tagen.
Die Extension erkennt dabei keine Accounts direkt. Sie kann nicht sehen, ob oder als welcher Nutzer du eingeloggt bist oder ob du dort wirklich ein Abo hast. Sie listet nur Webseiten auf, bei denen wiederholter Besuch auf einen Account schliessen lässt. Ob du tatsächlich einen Account hast, prüfst du selbst.
Nichts, was du besuchst, verlässt deinen Browser. Die Extension gleicht Webseiten gegen eine fest hinterlegte Liste von aktuell über 250 Diensten ab. Die Erweiterung kann keine Webseiten lesen und schickt weder Daten an danach.de, den Diensteanbieter oder sonstige Dritte. Der einzige externe Link ist der Button „Vorsorge bei danach.de starten“. Er öffnet unsere Webseite, wenn du ihn anklickst.
Die Liste umfasst 15 Kategorien: Social Media, Streaming, Banking, Shopping, Gaming, KI-Assistenten, Passwortmanager, Dating, Reisen, Gesundheit und weitere. Jeder Eintrag hat einen Hinweis zur Nachlass-Policy des Anbieters: Bietet er einen offiziellen Gedenkzustand (Meta, Apple, GitHub), nur Löschung (Netflix, PayPal), oder ist die Policy ungeklärt (Discord, Binance).
Hinweis: Diese Liste ist in keiner Weise vollständig und wir kennen auch nicht für jede Webseite die Nachlass-Policies. Falls ihr hier Hinweise für uns habt oder euch einzelne Webseiten fehlen, meldet euch gerne per Mail an info@danach.de und wir werden das Tool weiter optimieren.
Schritt-für-Schritt: Account-Liste in 15 Minuten erstellen
Bevor du neue Listen anlegst: Prüfe, was bereits existiert. Die meisten Menschen haben an irgendeinem Punkt schon einmal angefangen, ihre Konten zu dokumentieren: In einer Notiz-App, einem Passwortmanager, einem Notizbuch. Oft unvollständig, aber nicht wertlos.
- Öffne deinen Passwortmanager (falls vorhanden) und speichere eine Liste der gespeicherten Logins.
- Prüfe, ob du schon eine Vorsorge-Mappe oder Nachlass-Checkliste hast. Falls ja: Ergänze sie. Falls nein: Lege ein einfaches Dokument per Word oder Excel an.
- Markiere jede Webseite mit einem Status: aktiv, ungenutzt, unklar. Diese Markierung fungiert als Gradmesser für Webseiten, bei denen du dich noch um den Nachlass kümmern musst.
Die meisten Konten, die für den Nachlass relevant sind, liegen nicht im Passwortmanager. E-Mail-Konten, die du nur über den Browser öffnest, Streaming-Abos, die automatisch abbuchen, Shopping-Accounts mit gespeicherten Zahlungsdaten. Und genau hier setzt der Service-Detektiv an.
1. Extension installieren
💻 Wichtig: Der Service-Detektiv ist eine Browser-Extension und funktioniert nur auf dem Computer (Windows, Mac, Linux) — nicht auf Tablets oder Smartphones. Chrome für Android/iOS und mobile Browser unterstützen diese Art von Extensions technisch nicht.
Lade die Extension aus dem Chrome Web Store oder von addons.mozilla.org. Nach der Installation öffnet sich das Popup automatisch beim ersten Klick auf das Toolbar-Icon.
Falls du dir unsicher bist, wie das Hinzufügen von Extensions in deinem Browser genau funktioniert: Google hat eine Anleitung für Chrome, Mozilla eine Anleitung für Firefox. Und falls du gar nicht sicher bist, welchen Browser du überhaupt nutzt: CHIP zeigt, wie du das herausfindest.
2. Ersten Scan abwarten
Das Popup zeigt „Dein Verlauf wird lokal geprüft …“ für ein bis drei Sekunden. Bei sehr umfangreichem Verlauf kann es länger dauern.
3. Ergebnis prüfen
Nach dem Scan siehst du eine Liste mit Kategorien: 15 Dienste gefunden, aufgeteilt in Social Media, Streaming, Banking und so weiter. Jeder Dienst zeigt „erkannt an N Tagen“. Dienste mit einem offiziellen Gedenkzustand tragen das Badge Erinnerungsmodus.
Prüfe die Liste auf Dienste, die du nicht wieder erkennst. Das können alte Accounts sein, die du vergessen hast, oder Services, die du nur ab und zu brauchst (z. B. Fluggesellschaften für die Urlaubsbuchung).
4. Häkchen und „nicht relevant“
- Häkchen setzen: Klicke das Kästchen neben einem Dienst, den du in deiner Nachlass-Mappe abhaken willst. Das Häkchen ist nur für dich.
- „Nicht relevant“: Klicke das ✕ neben einem Dienst, der nicht in deine Liste soll (z. B. ein Arbeits-Account). Mit ↺ kannst du ihn wieder berücksichtigen.
Die Extension hat aktuell bewusst keine Download- oder Synchronisierungs-Funktion. Nichts verlässt den Browser. Du überträgst die Liste manuell in deine Vorsorge-Mappe: Name und Webseite, Login, Status (Abo aktiv? Guthaben? Depot?), Hinweis für Angehörige.
Was du als Nächstes tun solltest
Der Service-Detektiv gibt dir die Liste der Dienste, die du im Browser nutzt. Offen bleibt:
- E-Mail-Konten: Die zentralen Accounts, über die Passwort-Resets laufen. Prüfe, ob du für jedes Mail-Konto einen Nachlasskontakt oder Backup-Zugang hinterlegt hast (Apple und Google bieten das an, bei GMX/WEB.DE geht es über den Erbschein-Weg).
- Banking und Finanzen: Konten, Depots, Krypto-Wallets. Die Erkennung zeigt dir die Domain, nicht aber, ob ein Depot existiert und wie hoch es ist. Das dokumentierst du in deiner Vorsorge-Mappe.
- Passwortmanager: Falls vorhanden, hier liegen alle Zugänge. Notiere den Master-Passwort-Aufbewahrungsort und einen Notfall-Zugang für eine Vertrauensperson.
- Kontaktperson: Wer soll im Ernstfall Zugriff bekommen? Name, Adresse, Verhältnis, und wo diese Person die Zugangsdaten findet.
Mach den Vorsorge-Check bei danach.de und finde heraus, wo bei dir noch Lücken offen sind. Unverbindlich und kostenlos, zumindest für die ersten fünf Aufgaben.
Grenzen und was noch kommt
Die Extension ist ein Werkzeug für die erste Bestandsaufnahme, nicht für den vollständigen Nachlass. Drei Lücken bleiben:
- App-only-Konten werden nicht erkannt. Wer z. B. für das Banking nur die Commerzbank-App nutzt, bekommt keinen Treffer für
commerzbank.de. - Verlauf gelöscht oder frisch installiert: Wer seinen Verlauf wöchentlich löscht oder Chrome neu installiert hat, bekommt wenig Treffer.
- Geteilte Browserprofile: Wer geschäftlich und privat im selben Chrome-Profil surft, bekommt beide Welten vermischt. Work-Accounts lassen sich über das ✕ ausblenden, aber die Trefferliste ist dann kein sauberer privater Nachlass.
Eine direkte Integration in danach.de ist geplant: Wer möchte, wird die erkannten Dienste später per Klick übernehmen können, statt die Liste manuell abzutippen. Das bleibt optional. Die Extension funktioniert auch ohne danach.de-Account, und die Übertragung passiert nur, wenn du sie ausdrücklich anforderst.



