Es gibt Erinnerungen, die bleiben. Bei mir sind es die leisen Morgen mit meinem Hund Yaro – das gemeinsame Aufbrechen in die Kälte, bevor die Stadt wach wurde. Oder die Pausen im Gras an der Weser, wenn er sich einfach neben mich legte, als sei alles gesagt. Aus solchen Momenten wächst eine Bindung, die still ist und tief.
Und vielleicht gerade deshalb stellt sie irgendwann eine Frage, die man gerne verdrängt:
Was passiert mit meinem Haustier, wenn ich einmal nicht mehr da bin?

Ich habe mich dieser Frage gestellt. Und je länger man darüber nachdenkt, desto klarer wird, wie wichtig Vorsorge ist. Denn Tiere können im Ernstfall nur dann geschützt werden, wenn wir zu Lebzeiten festlegen, was mit ihnen geschehen soll.
Warum eine klare Vorsorge so wichtig ist
Haustiere sind vollständig auf uns angewiesen. Sie können ihren Alltag nicht selbst organisieren, keine Entscheidungen treffen und keine Alternativen suchen.
Wenn einer Tierhalterin oder einem Tierhalter etwas passiert, hängt das Wohl des Tieres davon ab, ob jemand Bescheid weiß – und ob Vorkehrungen existieren.
Ohne Vorsorge kommt es häufig zu unangenehmen Situationen:
Angehörige wissen nicht, dass zu Hause ein Tier wartet.
Das Tier bleibt stunden- oder tagelang allein, bis es jemand bemerkt.
Behörden werden eingeschaltet und bringen das Tier ins Tierheim.
Futter, Medikamente oder gewohnte Routinen werden nicht berücksichtigt.
Eine Vorsorge schafft Sicherheit – sowohl für das Tier als auch für die Menschen, die im Ernstfall handeln müssen.
Die zentrale Frage: Was muss ich konkret regeln?
Genau hier setzt die Checkliste „Vorsorge für mein Haustier“ an.
Sie fasst übersichtlich zusammen, welche Schritte Sie unbedingt erledigen sollten, um Ihr Tier zuverlässig abzusichern, wenn Sie selbst nicht mehr handlungsfähig sind.
Die Checkliste deckt fünf große Themenbereiche ab:
1. Grundlegende Entscheidungen
Das Fundament jeder Tier-Vorsorge ist die Benennung einer Vertrauensperson – jemand, der bereit ist, das Tier zu übernehmen, und darüber informiert ist.
Die Checkliste fragt unter anderem:
Habe ich eine verlässliche Person benannt?
Hat diese ausdrücklich zugestimmt?
Gibt es eine Ersatz-Person?
Diese einfache Dreifach-Absicherung verhindert, dass im Ernstfall niemand Verantwortung übernimmt.
2. Schriftliche Regelungen
Mündliche Absprachen reichen nicht aus.
Wichtig sind:
eine kurze schriftliche Vereinbarung,
ein Hinweis im Testament oder in der Vorsorgevollmacht,
klare Angaben dazu, wie finanzielle Mittel für das Tier eingesetzt werden dürfen.
Die Checkliste macht sichtbar, welche dieser Punkte fehlen – und was dringend ergänzt werden sollte.
3. Notfall-Informationen
Was viele nicht bedenken:
Wenn Ihnen unterwegs etwas passiert, weiß niemand automatisch, dass zu Hause ein Tier versorgt werden muss.
Die Checkliste enthält deshalb Fragen wie:
Habe ich eine Notfallkarte im Portemonnaie?
Weiß meine Vertrauensperson, wo Schlüssel, Futter und Dokumente liegen?
Gibt es eine Notfall-Box oder digitale Datei mit allen wichtigen Infos?
Gerade dieser Bereich ist entscheidend – und wird im Alltag oft übersehen.
4. Informationen über das Tier
Damit eine neue Bezugsperson Ihr Tier richtig versorgen kann, braucht sie sofort zugängliche Informationen:
Futter
Tagesablauf
Gesundheitsstatus
Medikamente
Sozialverhalten
Ängste
Tierarztkontakt
Chipnummer
Die Checkliste stellt sicher, dass all diese Daten schriftlich, vollständig und auffindbar vorhanden sind.
5. Finanzen und rechtliche Unterlagen
Ein Tier verursacht laufende Kosten.
Die Checkliste hilft dabei zu klären:
Gibt es Rücklagen oder einen finanziellen Rahmen?
Sind bestehende Versicherungen dokumentiert?
Wissen Angehörige oder Vertrauenspersonen, wie sie auf diese Mittel zugreifen können?
Liegen alle wichtigen Dokumente in Kopie vor?
So wird es für die neue Bezugsperson leichter, Entscheidungen im Sinne des Tieres zu treffen – ohne bürokratische Hürden.
Die Checkliste als Herzstück der Vorsorge
Der größte Vorteil der Checkliste ist ihre Übersichtlichkeit.
Sie zwingt nicht zu langen Texten oder komplizierten juristischen Überlegungen, sondern führt Schritt für Schritt durch alle relevanten Bereiche.
Sie zeigt eindeutig:
was bereits gut geregelt ist
was noch fehlt
und was sofort erledigt werden sollte
Viele Menschen unterschätzen, wie viele Einzelentscheidungen nötig sind, um ein Tier wirklich abzusichern. Die Checkliste bündelt all diese Fragen klar, strukturiert und ohne Überforderung.
Praktischer Hinweis zur Nutzung
Sie können die Checkliste:
ausdrucken
digital ausfüllen
der Vertrauensperson geben
im Notfallordner ablegen
oder in einem digitalen Vorsorgekonto hinterlegen
Wichtig ist nur: Sie muss leicht auffindbar sein.
Und sie sollte regelmäßig aktualisiert werden – idealerweise einmal pro Jahr.
Abschluss: Vorsorge ist ein letzter Akt der Verantwortung
Wer ein Tier liebt, weiß, wie viel Vertrauen es schenkt.
Eine Vorsorge bedeutet, dieses Vertrauen ernst zu nehmen – auch über das eigene Leben hinaus.
Mit einer klaren Regelung, einer benannten Vertrauensperson und einer vollständigen Checkliste bleibt kein Handgriff ungeklärt.
Und ein Tier, das auf Sie angewiesen ist, bleibt nicht plötzlich allein zurück – sondern weiterhin in Sicherheit.




